Bernhard Hoetger. Zwischen den Welten

Impulsgeber Hoetger? | 17. 3. bis 3. 11. 2024

Zum 150. Geburtstag von Bernhard Hoetger

Am 4. Mai 2024 wäre der Bildhauer, Kunsthandwerker, Maler und Architekt Bernhard Hoetger 150 Jahre alt geworden. Aus diesem Grund widmeten ihm die Worpsweder Museen eine Jubiläumsausstellung, die zeitgleich im Barkenhoff, der Großen Kunstschau und der Worpsweder Kunsthalle zu sehen war. Der Titel ›Zwischen den Welten‹ steht programmatisch für einen Künstler, der zeitlebens ein Wanderer zwischen Stilen, Gattungen und politischen Auffassungen war.

Der Universalkünstler Bernhard Hoetger, der den Künstlerort Worpswede in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat, ist vor allem durch seine Bauten präsent. Auch als Bild- hauer war er schon zu seiner Pariser Zeit um 1900 ein erfolgreicher Künstler, bevor er sich ab 1914 – nach einem großen Auftrag in Darmstadt – in der damals von Landschaftsmalern dominierten Künstlerkolonie niederließ. Jedoch arbeitete er nicht nur als Bildhauer, sondern war auch in der Malerei aktiv, auch wenn dieser Aspekt seines Werks der Öffentlichkeit wenig bekannt ist.

Die Worpsweder Kunsthalle widmete sich dieser weniger beachteten Facette seines künstlerischen Schaffens und untersuchte im Vergleich zu Gemälden seiner Zeitgenossen und Freunde, wie Willy Dammasch, Albert Schiestl-Arding, Bram van Velde und Alfred Kollmar, die Entwicklung der expressionistischen Malerei in den Anfängen der 1920er Jahre in Worpswede.

Thematische Schwerpunkte bildenten einerseits Landschaftsdarstellungen, aber auch Bildnisse und Blumenstillleben, die in dieser Zeit vielfach das malerische Œuvre Hoetgers und seines künstlerischen Umfeldes bestimmten.

Texte zur Ausstellung

  • Bernhard Hoetger (1874 – 1949) war ein äußerst vielseitiger Künstler. Der gelernte Bildhauer war zugleich als Architekt, Maler und Grafiker tätig. Als entwerfender und ausübender Kunsthandwerker leitete er eigene Werkstätten. Die Ausstellungssektion in der Großen Kunstschau Worpswede präsentiert die schillernde Persönlichkeit Hoetgers und seine künstlerische Entwicklung mit Schwerpunkt auf dem plastisch-bildnerischen Werk. Exemplarisch stellt sie seine eigenwilligen Ausdrucksformen und stilistischen Wandlungen im Zusammenhang mit seiner Weltanschauung vor.

    Hoetger hatte früh Erfolg in Paris. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland schuf er bedeutende Gesamtkunstwerke wie den Platanenhain in Darmstadt, die Böttcherstraße in Bremen oder das Ensemble aus Kaffee Worpswede und Großer Kunst- schau, das das Ortsbild des Künstlerdorfs bis heute prägt. Er war mit seinen Werken national und inter- national auf zahlreichen Ausstellungen vertreten und wurde mehrfach ausgezeichnet.

    Dennoch waren die Reaktionen auf sein Werk stets gespalten. Sie reichten von enthusiastischem Zuspruch bis zu schroffer Ablehnung. Dies lag auch daran, dass Hoetger einerseits unbeirrbar geradlinig und eigensinnig war – wie Ludwig Roselius sagte: »im Grunde Anarchist« –, doch zugleich wandelbar und anpassungsfähig und immer bereit, sich mit Menschen und Zeitläufen zu verbünden. Das zeigt sich insbesondere in seinen Versuchen, sich der Nationalsozialistischen Diktatur anzudienen. Damit löste er Irritationen aus, die bis heute nachwirken. Diese Licht- und Schattenseiten des Werks und Wirkens von Hoetger stehen im Fokus der Ausstellung.

    Hoetger wird aber nicht nur als geschichtliche Figur gezeigt, sondern auch auf seine Relevanz für ein heutiges Publikum befragt. Was hat uns seine Kunst zu sagen? Kann er uns heute noch berühren oder gar inspirieren? Wie gehen wir mit den Irrita- tionen und Verfehlungen Hoetgers um? Wo gibt es Anknüpfungspunkte angesichts der herausfordern- den gesellschaftlichen und politischen Realitäten unserer Tage?

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